unser Kirchenpatron

Gallus der Missionar

Gallus wurde der Überlieferung nach von seinen adligen Eltern ins Kloster Bangor im Norden Irlands zur Ausbildung gegeben. Dort weihte ihn Kolumban zum Priester. Mit ihm und elf weiteren Gefährten machte er sich um 590 auf und zog von Irland nach Luxeuil in Frankreich.

Neuere Forschungen gehen davon aus, dass Gallus aus den Vogesen stammte und sich Kolumban in Luxeuil anschloss. Jedenfalls zogen die beiden gemeinsam um 610 nach Alemannien. Die Missionsversuche in der Schweiz scheiterten zunächst; Gallus zerstörte dämonische Stätten, so in Tuggen am Obersee einen heidnischen Opferaltar durch Brandstiftung. Vor den Angriffen des alemannischen Herzogs Gunzo flohen sie nach Bregenz. Nach dreijährigem Wirken - Gallus warf auch Götzenbilder in den Bodensee -wurden sie erneut vertrieben. Ob sich Gallus und Kolumban wegen einer Erkrankung von Gallus oder wegen Meinungsverschiedenheiten trennten, ist umstritten. Jedenfalls ging Kolumban nach Norditalien. Überliefert ist, dass Kolumban Gallus verboten habe, die Eucharistie zu feiern und weiter zu missionieren.

Gallus zog dem Bodensee entlang nach Arbon und von dort als Einsiedler flussaufwärts zur Quelle der Steinach. Legenden erzählen, ein Otter habe ihm beim Fischen geholfen und dafür die Hälfte des Fanges abbekommen. In der Nacht machte sich ein Bär über die Reste des Abendessens her. Gallus befahl ihm, Holz für Feuer und den Bau einer Zelle herbeizuschaffen; er werde täglich Brot erhalten, sofern er die anderen wilden Tiere abwehre. Andere Legenden erwähnen, Gallus habe dem Bären einen Dorn aus der Tatze gezogen und ihn dadurch gefügig gemacht. Beim Hausbau erwies sich ein Balken als zu kurz. Gallus liess die Bauleute in seiner Zelle am Gebet und am Mahl teilnehmen, und als sie zurückkamen, konnte der Balken in richtiger Länge eingefügt werden. So wurde um 612 die Einsiedlerklause an der Steinach errichtet, wo Gallus fortan lebte. Er faszinierte die rauen Alemannen durch sein Wort und zeichnete sich neben seiner Frömmigkeit durch Menschenliebe und Naturverbundenheit aus. Weiter wird von ihm erzählt er sei der erste Missionar in Mitteleuropa gewesen, der sich mit den Volkssprachen befasst und nicht nur in Latein gepredigt habe.

Nach und nach sammelte er eine Schar von Jüngern um sich, deren Leben von Bussdisziplin, Gebet und Schriftbetrachtung geprägt war. Gallus soll nach der Aussöhnung um 615 die Totenmesse für Kolumban gehalten haben. Im selben Jahr lehnte er die Bischofswürde von Konstanz ab. 629 schlug er auch die Wahl zum Nachfolger von Eustasius als Abt von Luxeuil aus. Er starb um 640 in Arbon. Aus der Zelle im Wald an der Steinach entstand ab 719 ein Benediktinerkloster, das der Erbauer Otmar nach Gallus benannte. Später entwickelte sich daraus die Stadt St. Gallen. Der Gedenktag unseres Kirchenpatrons ist der 16. Oktober.

Quelle: Buch 50 Jahre Kirche St. Gallus Zürich Schwamendingen, Verfasser Wolfgang Gamma

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